Der Begriff Damast kommt aus Arabien und bezeichnet einen Webstoff, welcher sich vor allem durch seine ansehnlichen Eigenschaften hervorhebt. Die Arbeit mit Damast erfordert ein hohes künstlerisches Geschick, dabei wird ein Webstuhl mit speziellen Zugeinrichtungen genutzt. Durch die verschiedenen schuss- und kettsichtigen Partien ist das Einweben von Figuren und Mustern problemlos möglich. Die Webtechnik erfordert ein hohes Maß an Erfahrung, aufgrund des umständlichen Verfahrens werden regelmäßig nur qualitativ hochwertige Materialien verwendet. In früheren Zeitaltern wurden für die Prozedur auch Leinen, Kammgarn, Seide und Baumwolle verwendet. Durch die Anordnung der Zugeinrichtungen können Muster auch so eingewoben werden, dass diese nur bei schrägem Lichteinfall erkennbar sind. Produziert werden insbesondere Bettwäsche und Tischtücher, zumeist sind diese in einer Farbe gehalten.
Wesentliche Besonderheiten von Damast und dessen Verwendung als Webstoff
Für das Weben wird ein Kettsystem benötigt, dieses besteht aus zwei Aushebungs- und Schaftsystemen. Dabei werden entweder ein Kreuzkörper oder ein fünf-, sechs- oder achtbindiger Atlas verwendet. Die Muster entstehen durch Stiche, dabei sind die Fadengruppen auf Musterschäften angeordnet. Die Litzen werden mit Gewichten beschwert, so wird ein äußerst festes Gewebe erzeugt. Die Figuren und Muster werden durch quadratische Pixel erzeugt und besitzen stets einen Umriss aus zwei Stufen. Bei Bedarf können die erzeugten Muster auf dem Stoff auch gespiegelt werden. Durch einen speziellen Aufsatz kann jeder einzelne Faden unabhängig von den anderen Fäden gewebt werden. Produkte aus dem teuren Webstoff werden heutzutage oftmals in Einrichtungsgeschäften vertrieben, der Erwerb ist oft mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden.
Damast Stahl
Damaststahl, auch Damaszener-Stahl genannt, benennt einen aus mehreren Stahlsorten bestehenden Schweißverbundwerkstoff, der Festigkeit und Flexibilität miteinander vereint: Harte und weiche Stahlschichten werden durch Feuerverschweißung ganzflächig verbunden; die harten Stahlschichten sind gekennzeichnet von Schnitthaltigkeit und Stabilität, können aber leichter brechen, während die weichen Stahlschichten nur verbiegen können und somit die Bruchanfälligkeit der harten Stahlschichten mindern.
In geätztem Zustand lässt sich auf der Oberfläche eine Struktur aus mehreren sich abwechselnden Lagen erkennen, was als dekoratives Muster ein optisches Charakteristikum des Damaststahl ist.
Grundmaterial und Herstellungsablauf:
Das Grundmaterial bildet mit anderen Materialien legiertes Eisen (Mangan, Silizium, Nickel u. a.) mit unterschiedlichen Kohlenstoffgehalten, wobei der Masseanteil an Kohlenstoff nicht mehr als 2,06 % betragen darf.
Bei der Herstellung von handgeschmiedetem Damaststahl werden mehrere, meist 3-8 Schichten unterschiedlichen Ausgangsmaterials (hart – weich) übereinandergelegt und im Schmiedefeuer verschweißt. Nun wird dieser Verbund getrennt (quer oder längs) und nach dem Aufeinanderlegen erneut verschmiedet, sodass sich die Anzahl der Lagen verdoppelt. Dieser Vorgang (Falten) wird mehrere Male wiederholt, bis man nach kurzer Zeit Hunderte von Schichten gefaltet hat. Der Stahl wird nach dem Härten noch geätzt, damit das Muster zu sehen ist, denn je nach Legierung färben sich die verschiedenen Schichten in Säure hell oder dunkel, was mit den verschiedenen Kohlenstoff-, Nickel- und Mangan-Anteilen zusammenhängt.
Zur Schaffung schöner Oberflächenmuster kann der Stahl unter anderem verdreht (Torsionsdamast) oder unsymmetrisch verarbeitet werden (Wilder Damast).
Verwendung:
Heutzutage wird Damaststahl gern zur Herstellung von Küchenmessern, Jagdmessern, Taschenmessern und Ähnlichem verwendet, aufgrund der ästhetisch ansprechenden Oberfläche sogar zur Schmuckherstellung.