Damaszener Stahl – ein Ergebnis faszinierender Schmiedekunst Seit mehr als 2000 Jahren wird Damaszener oder Damast Stahl für Schwerter und andere Waffen verwendet. Es handelt sich dabei nicht um einen Stahl im eigentlichen Sinne, sondern um einen Verbundwerkstoff aus mindestens zwei verschiedenen Stählen, die mittels Feuer verscheißt wurden. Dabei werden mehrere Stahlschichten unterschiedlicher Härte in einem komplizierten Herstellungsverfahren zusammmengeschweißt. Die Bezeichnung Damast-Stahl ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die changierende Musterung des Stahls Ähnlichkeit mit der Textur eines Damast-Tuches aufweist. Heute werden neben einigen Schwertern edle, handgefertigte Profi-Küchenmesser, Jagd- und Taschenmesser gefertigt. Die Klingen weisen ein hervorragende Festigkeit, Schnittflexibilität auf und bleiben lange scharf.
Die positiven Eigenschaften unterschiedlich harter Stahlschichten ergänzen sich
Je höher der Kohlentoffanteil des Stahls ist, desto härter und spröder wird er, und je niedriger der Gehalt an Kohlenstoff ist, desto weniger brüchiger, aber umso verformbarer wird er. Die wunderschöne Marmorierung der Klingen entsteht durch das Feuerverschweißen r verschieden harter Stahlschichten, die anschließend horizontal und vertikal getrennt werden, aufeinander gelegt und erneut verschweißt werden. Diesen arbeitsintensiven Vorgang, der viel handwerkliches Schmiedegeschick erfordert, nennt man in Fachkreisen „Faltung des Eisens“. Nach diesem extremen Härten wird der Damaszener-Stahl in einem Bad heißer Schwefelsäure geätzt. Da die verschiedenen Stahlschichten einen verschiedenen Kohlenstoffanteil besitzen, nehmen sie in der Säure eine unterschiedliche Färbung an. Eine Nickel-Legierung färbt sich hell und Mangan dunkel, was eine faszinierende Musterung ergibt.
Die weltweit beeindruckendste Stahlveredlung – der Damaszener Stahl
Mit der Handwerkskunst des Damaszierens wird die Stahlqualität erheblich verbessert. Der Wootz -Damast ist der wohl aus Damaskus stammend Stahl. Daneben gibt es weiteren gefalteten Damast. Nur mit dem Damaszener Stahl ist eine solch hohe Veredelungsstufe des Stahls möglich. Da er aber sehr rostanfällig ist, empfiehlt es sich, die daraus gefertigten Messer von Hand zu spülen und gleich abzutrocknen. Mittlerweile wird auch spezieller rostfreier Damaszener Stahl hergestellt. Für Küchenmeister ist es interessant, dass der Schneidewinkel bei europäischen Messern 20 bis 25 Grad beträgt, während bei der japanischen Ausführung der Winkel bei 15 Grad liegt.